EMDR (Traumatherapie)
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing, übersetzt: „Augenbewegungs-Desensibilisierung und Wiederaufarbeitung“) ist eine Behandlungsmethode, die Anfangs vor allem bei traumatisierten Menschen eingesetzt wurde. Darüber hinaus, erweist sich EMDR jedoch auch
bei der Behandlung von Ängste & Phobien, in der Schmerztherapie, bei Sexualstörungen, emotionalen Blockaden und im Coaching etc. als sehr erfolgreich.
Menschen, die nach dem Erleben einer bedrohlichen / belastenden Situation beispielsweise an einer PTBS (Posttraumatischen Belastungsstörung) leiden, werden gedanklich immer wieder in die erlebte Situation versetzt und durchleiden sie immer wieder.
Da die Betroffenen das Erlebte nicht korrekt verarbeiten und abspeichern konnten, spricht man von einer Dysfunktion der
gespeicherten Erinnerung.
- Die EMDR-Methode regt das Gehirn an, die traumatischen Erfahrungen korrekt zu verarbeiten und „abzulegen“. So kann der Betroffene letztendlich damit abschließen und ein zufriedenes Leben führen.
Die Umsetzung der Methode erfolgt in meiner Praxis durch:
Taktil-bilaterale Stimulation
- Bei der taktilen bilateralen Stimulation, erhält eine Person rhythmische Reize (abwechselnd links und rechts).
- Dies geschieht durch kleine Vibrationsgeräte die in den Händen gehalten werden (Tabis). Die Reize aktivieren beide Gehirnhälften im Wechsel (vergleiche Bild unten).
Was passiert im Gehirn?
1. Beide Gehirnhälften arbeiten zusammen.
Die links-rechts-Reize bringen beide Seiten des Gehirns dazu, zusammenzuarbeiten. Dadurch kann das Gehirn eine belastende Erinnerung besser „einsortieren“.
2. Die Angstreaktion wird schwächer.
Das Angstzentrum im Gehirn reagiert normalerweise sehr stark auf traumatische Erinnerungen.
Durch EMDR beruhigt sich diese Reaktion nach und nach.
3. Die Erinnerung wird neu gespeichert.
Die Person denkt an das Erlebnis, während das Gehirn gleichzeitig die links-rechts-Reize verarbeitet.
Dadurch wird die Erinnerung neu abgespeichert – sie bleibt zwar da, aber fühlt sich weniger bedrohlich oder emotional an.
Kurz:
Das Gehirn bekommt Hilfe dabei, eine „feststeckende“ Erinnerung neu zu verarbeiten, sodass sie weniger Stress auslöst.